Die Herausforderung liegt eher in der Benutzerfreundlichkeit als in den Fähigkeiten. Obwohl MES starke technische Funktionen bietet, zeigen Studien, dass erschreckende 75% der Softwareinitiativen in der Fertigung keine aussagekräftigen Ergebnisse liefern. Seit Jahrzehnten werden MES-Plattformen wie SAP Manufacturing Integration and Intelligence (MII) / Manufacturing Execution (ME) eher für IT-Teams und Systemintegratoren als für Bediener entwickelt. Dadurch wirken Systeme komplex und starr. Bediener verlassen sich weiterhin auf Tabellenkalkulationen und Papier, um ihre Arbeit zu erledigen – selbst im heutigen Zeitalter von Industrie 4.0.
Diese Lücke zwischen Systemfähigkeit und menschlicher Benutzerfreundlichkeit ist der Grund, warum Hersteller den klassischen MES-Ansatz überdenken und stärker menschenzentrierte Alternativen prüfen.
Quick FAQs to get you up to speed
Ein menschenzentriertes MES ist ein Manufacturing Execution System, das rund um die Arbeitsabläufe der Bediener entwickelt wurde. Es priorisiert Benutzerfreundlichkeit, Klarheit und Anpassungsfähigkeit, ohne Compliance oder Skalierbarkeit zu beeinträchtigen, damit Mitarbeitende in der Produktion effizient und konsistent arbeiten können.
Traditionelle MES-Plattformen sind für stabile Prozesse und IT-gesteuerte Veränderungen ausgelegt. Die moderne Fertigung erfordert eine schnellere Anpassung und eine stärkere Einbindung der Bediener durch Systeme, die kontinuierliche Verbesserung in Echtzeit unterstützen.
SAP MII erfordert oft umfangreiche Anpassungen und lange Entwicklungszyklen, was zu einer hohen Abhängigkeit von der IT führt. Da das End-of-Life näher rückt, erhöhen diese Einschränkungen das Risiko und verringern die Flexibilität für Fertigungsteams.
Eine hohe MES-Benutzerfreundlichkeit verbessert die Akzeptanz und Datenqualität und unterstützt gleichzeitig die Compliance. Wenn sich die Arbeit für Bediener intuitiv anfühlt, sinkt die Fehlerquote und Schulungen werden schneller. Kontinuierliche Verbesserung lässt sich einfacher nachhaltig umsetzen.
Ja. Moderne menschenzentrierte MES-Plattformen integrieren sich über APIs und Konnektoren in ERP- und IoT-Systeme, sodass Hersteller Vendor Lock-in vermeiden und unternehmensweite Konsistenz sicherstellen können.
Der menschliche Faktor in der Fertigung
Trotz schneller Fortschritte bei Robotik, Maschinen, AI und industriellem IoT bleiben Menschen zentral für die Produktion. Bediener treffen Entscheidungen im Moment und passen sich an Abweichungen an, damit die Produktion mit dem erwarteten Qualitätsniveau weiterläuft. Genau dieses Engagement beeinflusst Leistung, Sicherheit und regulatorische Compliance direkt.
Wenn jedoch die Benutzerfreundlichkeit von MES nicht ausreicht, hat das unter anderem folgende operative Auswirkungen:
- Verzögerte oder unzuverlässige Produktionsdaten
- Abweichungen bei der Ausführung standardisierter Arbeit
- Längere Schulungs- und Onboarding-Zyklen
- Langsamerer Fortschritt in Programmen zur kontinuierlichen Verbesserung
Diese Ergebnisse entstehen durch Systeme, die nicht auf die tatsächliche Arbeitsweise in der Produktion abgestimmt sind. Bediener kämpfen dann mit mangelnder Benutzerfreundlichkeit sowie fehlender Geschwindigkeit oder Relevanz. Um die Produktion am Laufen zu halten, schaffen sie Workarounds oder lösen sich vom System. Mit der Zeit wird dieses Verhalten als mangelnde Disziplin oder schwache Kultur bezeichnet. Der Widerstand führt zu geringer Systemakzeptanz und Compliance-Problemen, sodass digitale Investitionen letztlich keinen Mehrwert liefern.
Herausforderungen bei der Einführung von Fertigungssoftware haben dieselbe Ursache: Tools werden eher als Kontrollebene denn als praktische Unterstützung eingesetzt. Ein menschenzentriertes MES verändert diese Dynamik. Sobald der Fokus auf der Unterstützung der Bediener liegt, lassen sich die Schwächen traditioneller MES-Plattformen kaum noch übersehen.
Wo traditionelles MES an seine Grenzen stößt
Lösungen wie MII spielten eine wichtige Rolle bei der Digitalisierung der Fertigung, insbesondere in regulierten und komplexen Umgebungen. Viele Hersteller verlassen sich noch immer auf diese Plattformen, die vor Jahren eingeführt und schrittweise erweitert wurden.
Mit der Zeit sind die Herausforderungen älterer MES-Systeme immer sichtbarer geworden. Diese Systeme sind mit Blick auf Enterprise-IT konzipiert – genau hier entstehen die Probleme bei der Benutzerfreundlichkeit von SAP MII. Plattformen sind beispielsweise von kundenspezifischer Entwicklung abhängig und erfordern lange Änderungszyklen mit Unterstützung der IT. Nutzbare Shopfloor-Oberflächen benötigen individuell entwickelte Komponenten, wodurch selbst kleine Verbesserungen der Benutzerfreundlichkeit langsam und kostspielig werden. Zudem priorisieren Benutzeroberflächen häufig Konfigurierbarkeit statt Klarheit und verursachen hohe Gesamtbetriebskosten. Bediener benötigen unter Umständen umfangreiche Schulungen, um Dashboards, Transaktionen und Workflows zu bedienen.
Diese Einschränkungen erschweren die effektive Skalierung von MES über Standorte mit unterschiedlichen operativen Anforderungen hinweg. Sie beeinträchtigen auch die Erfahrung der Bediener. Wenn selbst kleine Änderungen Wochen für Entwicklung und Tests benötigen, leidet die operative Agilität.
SAP MII End-of-Life
Zusätzlich zu diesen Herausforderungen endet die Mainstream-Wartung für SAP MII. Mit einem Feature Freeze für MII bis 2027 und Plänen, den Support bis 2030 einzustellen, sind Hersteller gezwungen, strategische MES-Entscheidungen zu treffen: auf etwas Neues umsteigen oder steigende Sicherheits-, Compliance- und Betriebsrisiken in Kauf nehmen.
SAP Digital Manufacturing Cloud (DMC) bietet eine cloudnative Weiterentwicklung, doch viele Hersteller erleben weiterhin eine IT-first-Designphilosophie. Trotz moderner Architektur kann die Plattform in der Implementierung und im Betrieb komplex sein und erfordert einen hohen Transformationsaufwand.
Die wichtigste Erkenntnis? Leistung allein reicht nicht aus. Benutzerfreundlichkeit und Geschwindigkeit bei Veränderungen sind in Kombination mit einem bedienerorientierten Design genauso entscheidend.
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Prinzipien benutzerfreundlichen Designs
Während Hersteller MII und andere ältere MES-Plattformen neu bewerten, erkennen sie die Bedeutung von Systemen, die die tatsächliche Arbeit in der Produktion unterstützen.
Menschenzentrierte MES-Lösungen wie Azumuta erfüllen diesen Bedarf, indem sie sich auf Benutzerfreundlichkeit und anpassbare Konfiguration konzentrieren. Diese Plattformen zeichnen sich durch eine Reihe von Designprinzipien aus, die Komplexität reduzieren und die Akzeptanz erhöhen.
Intuitive Arbeitsanweisungen und Anleitung
Moderne MES-Benutzerfreundlichkeit in der Fertigung beginnt mit klaren digitalen Arbeitsanweisungen. Bediener verstehen Aufgaben auf einen Blick – unabhängig von Sprache oder Erfahrungsniveau. Anweisungen sind visuell, leicht zu aktualisieren und mobilfreundlich, was dazu beiträgt, das Onboarding zu beschleunigen und die Prozesskonsistenz zu verbessern.
Befähigung über die IT hinaus
Einer der wichtigsten Wandel in bedienerorientierter Fertigungssoftware ist die Neuverteilung von Verantwortung. Moderne MES-Plattformen ermöglichen es operativen Teams, Prozesse ohne Abhängigkeit von zentralen IT-Ressourcen anzupassen.
Konfiguration ohne Programmierung
Teams aus Produktion, Qualität und Engineering aktualisieren Workflows und Anweisungen mit intuitiven No-Code-Konfigurationstools. Dadurch entfällt der Bedarf an kundenspezifischer Entwicklung oder IT-Tickets, während Prozessänderungen kontrolliert und nachvollziehbar bleiben.
Schnellere Reaktion auf Veränderungen
Wenn sich Produktionsbedingungen ändern oder Korrekturmaßnahmen erforderlich sind, werden Aktualisierungen innerhalb weniger Stunden umgesetzt. Teams stabilisieren den Betrieb schnell und vermeiden langwierige Störungen durch langsame Systemänderungszyklen.
Weniger Abhängigkeit von Systemintegratoren
Wenn interne Teams ihre eigenen Prozesse verwalten und weiterentwickeln können, sind Hersteller weniger auf externe Systemintegratoren angewiesen. Prozesswissen und Daten bleiben im Unternehmen, was Resilienz und Kontinuität stärkt. Dieses Maß an Befähigung unterstützt kontinuierliche Verbesserung und operative Exzellenz, indem Rückkopplungsschleifen verkürzt und Verantwortlichkeit gestärkt werden.
Integration ohne Lock-in
Ein menschenzentriertes MES integriert sich in ERP-Systeme und IoT-Plattformen über offene APIs und Konnektoren. Es unterstützt bestehende Ökosysteme, anstatt Unternehmen in einen einzelnen Vendor-Stack zu zwingen. Mit dieser Flexibilität reduzieren Hersteller Risiken und können schrittweise Initiativen zur digitalen Transformation im Shopfloor unterstützen.
Skalierbar und resilient by Design
Hersteller arbeiten in unterschiedlichen Umgebungen. Ein modernes MES unterstützt verschiedene Bereitstellungsszenarien – von Single-Site-Implementierungen bis hin zu Multi-Site-Rollouts. Es ermöglicht außerdem gemeinsame Standards und den Offline-Betrieb an Standorten mit eingeschränkter Konnektivität. Der Vorteil: schrittweise Expansion ohne erzwungene Neuimplementierung.
Häufige Missverständnisse zur MES-Modernisierung
Die Modernisierung von MES wird oft durch Annahmen gebremst, die auf früheren Generationen von Fertigungssoftware basieren. Diese Annahmen spiegeln nicht mehr wider, wie moderne Systeme heute entwickelt und genutzt werden, und hindern Entscheidungsträger daran, Alternativen objektiv zu bewerten.
Ein verbreiteter Irrglaube ist beispielsweise, dass Benutzerfreundlichkeit zulasten von Tiefe oder Kontrolle geht. In der Praxis kann ein benutzerfreundliches MES komplexe Prozesse unterstützen. Was sich verändert, ist die Art und Weise, wie Komplexität für die Personen organisiert und dargestellt wird, die die Arbeit ausführen. Ein weiteres Missverständnis ist, dass Bediener digitale Tools ablehnen. Tatsächlich lehnen Bediener Systeme ab, die sie ausbremsen oder ihre Arbeit erschweren. Wenn MES-Plattformen intuitiv und unterstützend sind, folgt die Akzeptanz ganz natürlich – ohne Zwang.
Hinzu kommt die weit verbreitete Annahme, dass der Ersatz eines älteren MES eine vollständige Systemerneuerung erfordert. In vielen Fällen vollziehen Hersteller den Übergang schrittweise, indem sie menschenzentrierte MES-Funktionen neben bestehenden Systemen integrieren und diese mit der Zeit ausbauen.
Wenn diese Annahmen hinterfragt werden, lässt sich die Bewertung moderner MES-Plattformen stärker auf ihre heutigen Möglichkeiten statt auf vergangene Erfahrungen stützen.
Bediener in der Produktion befähigen
Der Wert eines menschenzentrierten MES zeigt sich am deutlichsten in der Produktion, wo Systeme reale Arbeit unter realen Bedingungen unterstützen.
Wichtige Szenarien, in denen diese Plattformen überzeugen:
- Durchsetzung standardisierter Arbeit: Bediener folgen klaren, digitalen Anweisungen, die sich an Produkt- oder Prozessänderungen anpassen und die Arbeit unterstützen, ohne die Produktion zu verlangsamen.
- Qualität und Compliance: Daten werden direkt an der Quelle mit kontextbezogener Anleitung erfasst, wodurch Fehler, Nacharbeit und Audit-Feststellungen reduziert werden.
- Training und Onboarding: Neue Bediener werden durch geführte Workflows und visuelle Hilfen, die in tägliche Aufgaben eingebettet sind, schneller produktiv.
- Kontinuierliche Verbesserung: Teams können Verbesserungen schnell testen, verfeinern und ausrollen, ohne die Produktion zu unterbrechen.
Ein Unternehmen, das zeigt, wie die richtige Software für Benutzerfreundlichkeit im Shopfloor zu messbaren Leistungssteigerungen führt, ist das belgische Startup Blitz. Der familiengeführte Hersteller produziert Ladestationen für Elektrofahrzeuge in einem schnell wachsenden Markt, der von sich entwickelnden Produktionsvarianten und Qualitätsanforderungen geprägt ist.
Als Blitz seine Aktivitäten ausbaute, musste das Team die Arbeitsanweisungen standardisieren. Das Unternehmen wollte die Schulung der Bediener besser unterstützen und die Qualität sichern, ohne die Produktion zu verlangsamen oder die IT stärker zu belasten. Bestehende Tools boten nicht die erforderliche Flexibilität und Benutzerfreundlichkeit, wodurch es schwierig war, Prozesse mit sich ändernden Produkten und Workflows in Einklang zu halten.
Blitz führte Azumuta als menschenzentrierte MES-Ebene mit Fokus auf Benutzerfreundlichkeit für Bediener ein. Digitale Arbeitsanweisungen wurden direkt am Arbeitsplatz eingeführt und gaben den Bedienern klare, visuelle Anleitungen, die sich an bestimmte Produkte und Montageschritte anpassten. Aktualisierungen konnten von operativen Teams schnell vorgenommen werden und spiegelten Design- oder Prozessänderungen sofort in der Produktion wider. Nach einer zweimonatigen Implementierungsphase stellte das Unternehmen messbare Verbesserungen bei Onboarding, Qualität und Prozessstandardisierung fest.
Der Zeitaufwand für das Onboarding neuer Bediener sank um 80% – von etwa einer Woche auf anderthalb Tage. Durch die Einbettung von In-Line-Qualitätsprüfungen in tägliche Workflows erreichte Blitz eine First Time Right-Quote von 98% und reduzierte Kundenbeschwerden auf nahezu null. Die operative Komplexität wurde verringert: Mehr als 1.600 Produktkonfigurationen wurden auf nur drei Sätze digitaler Arbeitsanweisungen konsolidiert.
Zusammen verschafften diese Verbesserungen Blitz mehr Kontrolle über seine Produktionsprozesse, während die für das Wachstum notwendige Flexibilität erhalten blieb. Das Ergebnis war ein resilienterer Shopfloor, der sich an Veränderungen anpassen konnte, ohne Qualität oder Effizienz zu beeinträchtigen. Vielleicht am wichtigsten: Blitz gewann die Fähigkeit, sich kontinuierlich zu verbessern, ohne die Produktion zu stören. Teams konnten Prozessänderungen testen und Feedback von Bedienern einholen. Sie konnten Verbesserungen zudem schrittweise ausrollen und so Wachstum unterstützen, ohne Starrheit einzuführen.
Blitz zeigt, wie ein menschenzentriertes MES, das rund um die Benutzerfreundlichkeit im Shopfloor entwickelt wurde, Herstellern die Agilität gibt, ihre Abläufe zu skalieren und dabei Qualität und Kontrolle zu wahren.
Die Zukunft des menschenzentrierten MES
Die Fertigung tritt in eine entscheidende Phase ein. Ältere MES-Plattformen erreichen ihr End-of-Life, während die Erwartungen an die digitale Transformation weiter steigen. Inmitten dieses Wandels bleibt der menschliche Faktor in der Produktion zentral für die operative Leistung.
Eine Neubewertung ist keine Option mehr, sondern notwendig. Traditionelle MES-Ansätze haben die Verantwortung in der IT höher priorisiert als die Erfahrung der Bediener, was oft zu geringer Akzeptanz und begrenzter Kapitalrendite führt. Menschenzentrierte MES wie Azumuta verlagern den Fokus auf Klarheit und Befähigung. Diese Plattformen ermöglichen es Herstellern, schneller auf Veränderungen zu reagieren und resilientere digitale Betriebsabläufe aufzubauen. Sie helfen auch dabei, die Lücke zwischen Menschen, Maschinen, Robotern und AI zu schließen, ohne Bediener mit unnötigen Kosten oder Starrheit zu belasten.
MES sollte den Menschen dienen, die die Produktion jeden Tag steuern. Systeme, die zur Unterstützung der Bediener entwickelt wurden, werden die nächste Generation operativer Exzellenz in der Fertigung prägen, indem sie sich an reale Anforderungen im Shopfloor anpassen und einen schlankeren, schnelleren Weg zu Industrie 4.0 ermöglichen.
Umstieg auf ein menschenzentriertes MES
Erfahren Sie, wie Hersteller von SAP MII auf ein bedienerorientiertes MES umsteigen, das für Benutzerfreundlichkeit, Flexibilität und schnellere Veränderungen entwickelt wurde.
- Der menschliche Faktor in der Fertigung
- Wo traditionelles MES an seine Grenzen stößt
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- Häufige Missverständnisse zur MES-Modernisierung
- Bediener in der Produktion befähigen
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